Filzmoos Gipfelkreuz

Filzmoos

Filzmoos sieht aus, als wäre es gemalt oder einer kitschigen Postkarte entsprungen. Die Bischofsmütze, mit 2458 m, der höchste Berg des Dachsteinmassivs thront über Filzmoos und gibt dem Ort sein einzigartiges Panorama. Trotz Modernisierung konnte Filzmoos …

… viel von seinem ursprünglichen Charme bewahren. Schon der Besuch des Gourmetrestaurants Johanna Maier und Söhne ist die Reise nach Filzmoos wert. Das Skigebiet ist klein und die Pisten nicht lang und steil genug für sehr anspruchsvolle Skifahrer. Für Familien und Wanderurlauber ist es ideal. Wir haben uns jeden Tag einen neuen Aufstieg und ein kulinarisches Ziel vorgenommen. Kein Wanderweg ist länger als 2 Stunden und mit gutem Schuhwerk und einer normalen Grundkondition gut zu bewältigen. Einige der urigsten Hütten, der schönsten Wege und der besten  Filzmooser Gastgeber möchte ich hier näher vorstellen und empfehlen.

Urlaub im Salzburger Land in Filzmoos

Die Einkehr beim Sepp auf der Jausenstation Rettensteinhütte wird in Erinnerung bleiben, besonders wenn man die „Abkürzung“ hinter dem letzen Haus von Filzmoos steil nach oben nimmt. Früher war hier die Zwischenstation einer Skipiste und man sollte meinen, dass eine Jausenstation an einer stillgelegten Piste im Winter nicht funktioniert. Aber hier passt alles, die Terrasse liegt in der Sonne, die rustikalen Spezialitäten sind lecker und Sepps Alpenländischer Charme tut sein Übriges. Wer ankommt, bekommt ein Schnapserl hingestellt – Herren einen Obstler und Damen eine Marille. Marille ist österreichisch für Aprikose. Einfach eine halbe Aprikose aus der Dose in ein schönes Schnapsglas legen und mit einem guten Marillenbrand auffüllen. Die besten Obstbrände kommen traditionell aus der Wachau aber auch im benachbarten Ungarn wird ein guter Schnaps aus Aprikosen gebrannt, der Barack Pálinka.

Das Happy Filzmoos ist seit vielen Jahren die Adresse für Après Ski und Party in Filzmoos. Hier ist immer was los, früh einen Cappuccino auf der Terrasse, mittags Lunch mit der Familie, nachmittags Après Ski in der Happy Alm, abends Dinner und wieder Party. Das ganze Haus und besonders die Happy Alm sind mit so viel Liebe zum Detail eingerichtet, wie man es selten sieht. Dazu läuft der Gastronomie- und Hotelbetrieb von Familie Mehler wie am Schnürchen, das Personal ist top, das Essen lecker und die Getränke perfekt – nicht selbstverständlich bei den Unmengen von Bestellungen die im Sekundentakt über den Tresen gehen.  Das hat wohl auch damit zu tun, dass die Besitzer nicht einfach nur präsent sind, sondern auch selbst mitarbeiten und immer ein offenes Ohr für ihre Gäste haben.

Auf ein Schnitzel und einen Obstler beim Fiakerwirt – das gehört zum Filzmooser Pflichtprogramm. Das Haus ist eines der ältesten und das Urigste im Ort. In der Gaststube gibt es Deftiges und deftig sind auch die Sprüche vom Sepp, der seit Jahren dort hinter dem Tresen steht. Philosophischer und poetischer wird es bei einer Pferdeschlittenfahrt. Schorsch, der Fiakerwirt selbst, sitzt täglich auf dem Bock mit seinen zwei Hunden und kutschiert laufmüde Besucher zu den beiden Hofalmen. Seine Anekdoten und Weisheiten gibt’s gratis obendrauf.

Die Hofalmen sind ein weiterer Höhepunkt jedes Filzmoos-Aufenthalts. Ganze Reisegruppen werden dort hinauf gejagt oder kutschiert. Aber der Spuk dauert nie lange und sowie sie verschwunden sind, wird’s urgemütlich. Beide Almwirtschaften sind einzigartig, die Oberhofalm, welche aus unerklärlichen Gründen, die Untere der beiden ist, ist über 300 Jahre alt und wartet mit einem wunderschönen grünen Kachelofen und „neuer Altösterreichischer Küche“ auf. Die Unterhofalm ist ebenfalls lauschig mit ihrem offenen Kamin und es gibt Heidelbeerstrudel zum Hineinlegen. Wege dorthin gibt es viele, von ganz bequem mit dem Taxi, romantisch mit dem Fiaker, zu Fuß entlang des Waldweges, der nur für die Schlitten und Taxen offen ist oder sportlich durch den Wald. Den nehme ich am liebsten und allein der Kaiserschmarrn in der Oberhofalm ist Ansporn, noch etwas schneller den Weg hinauf zu stapfen.

Unbedingt möchte ich die Skischule Exklusiv empfehlen. Klein, persönlich, professionell – exklusiv eben. Hier lernt jeder ohne Angst und mit ganz viel Spaß, die Berge hinunter zu wedeln und nicht nur das. Das Team kennt sich aus, nicht nur am Berg sondern auch im Ort. Hier gibt es noch einheimische Skilehrer, kleine Gruppen und auch bezahlbaren Einzelunterricht. Bei unserem nächsten Besuch in Filzmoos werde ich die Ski wieder anschnallen und bevor es auf den Berg geht, gibt es ein Update im Skifahren bei Eugen – the one and only.

Früher ein Geheimtipp, heute eine moderne Destillerie ist die Jausenstation Mandlberggut. Dorthin zu wandern, empfehle ich, wenn es schneit, denn der Weg führt fast komplett durch den Wald. Zur Belohnung warten bodenständige österreichische Küche und leckere selbstgebrannte Schnäpse. In der Dachsteinbrennerei werden edle Obstbrände und neuerdings auch ein Whisky gebrannt. In der Latschenbrennerei stellen die Wirtsleute hochwertige Produkte aus der Latschenkiefer her. Wir kommen schon seit Jahren wegen des Latschenkiefer-Saunaaufgusses her und decken uns ein fürs Jahr.

Eine Wanderung, die ihr unbedingt bei Sonne und bester Sicht machen solltet, ist die auf dem Roßbrand entlang der Höhenloipe. Hoch geht es mit der Papageno Kabinenbahn aufs Plateau. Dort an der Jausenstation Schörgi Alm beginnt und endet die Wanderung. Es sind 6 km hin und 6 km zurück. Die Anstiege sind moderat bis auf das letzte Stück. Der einzigartige Rundumblick auf das Alpenmassiv bis zum Großglockner in Kärnten wird euch lebenslang im Gedächtnis bleiben. Das letze steile Stück erklimmt man besser nach einer Rindsuppe beim Wirt der Karhütte. Oben erwartet den erschöpften Wanderer das Gipfelkreuz mit dem einzigen Spruch, der einem bei diesem Anblick einfällt: „Herrgott, d‘ Hoamat is schön“. Auf dem Rückweg gibt’s dann beim Karhüttenwirt einen milden Haselnussbrand oder einen klassischen Obstler und wer noch Lust und Kraft hat, kann statt mit der Gondel, zu Fuß über die Moosalm  ins Tal zurückkehren.

 

Ein Kommentar zu “Filzmoos
  1. Maxi

    Winterferien in Österreich – für mich und meine Familie die schönste Woche im ganzen Jahr. Danke für den „Ausflug“ ins Salzburger Land. Traumhaft schöne Bilder … HG Maxi

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