Madeira Pico Ruivo

Madeira im Frühling

Ich habe hier schon einmal über einen ersten Eindruck von Madeira im Rahmen eines zweitägigen Stopps bei einer Cruise berichtet. Im Februar haben wir uns dann eine Woche Zeit genommen, die Insel endlich richtig zu entdecken. Der …

… Eindruck nach einer Woche des Herumfahrens und Wanderns auf der Insel ist natürlich ein anderer als nach ein paar Tagen in Funchal.

Reiseempfehlung Madeira im Frühling

Es lohnt sich, für ein paar Tage ein Auto zu mieten und die steilen Bergstraßen und alten Tunnel im wahrsten Sinne zu erfahren. Besonders abenteuerlich ist die alte Nordstraße, für die man kurz vor Sao Vicente nicht in den Tunnel, sondern auf die alte ER 101 nach links abbiegt in Richtung Porto Moniz. Auf dem Weg passiert man Wasserfälle und kann grandiose Ausblicke genießen. In Porto Moniz wird man dann mit einer netten kleinen Stadt mit einem traumhaften Naturpool belohnt.

Biegt man in Sao Vicence nach rechts ab, ist die Straße auch schwindelerregend, aber etwas weniger schmal, die Ausblicke sind auch spektakulär und ab und zu trifft man auf Menschen und nette Restaurants, wo auch nur eine Cola und ein Tee mit einem Lächeln serviert werden. Fast überall hat man Meerblick und es führt ein Weg ins Tal. Zwei Orte haben uns besonders verzaubert – zum einen Porto da Cruz im Nordosten mit seiner verfallenen Zuckerrohrfabrik und Ponta do Sol an der Südküste mit einem Hauch von Cote d’Azur und seinem alten Jugendstilkino über der Stadt.

In den Bergen gibt es alpine Landschaften, es weht ein kalter Wind, aber die Aussicht ist großartig. Gerade ist man noch im Hochgebirge und schon befindet man sich auf dem Hochplateau der Paul de Serra, das an Schottland erinnert, aber nicht an die Blumeninsel. Auch hier gibt es verschiedene Wanderwege, die sich in einigen Stunden bewältigen lassen. Denn natürlich sollte man auf Madeira nicht nur Auto fahren. Die Insel ist zum Wandern wie geschaffen. Ein paar der schönsten Wanderungen beschreiben Petra und Oliver auf ihrem liebevoll geschriebenen Madeira Blog.

Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und Proviant sind ein Muss. Eindecken kann man sich in jedem Dorf. Es gibt immer Bars, in denen ein frisches Sandwich oder auch ein ganzes Essen bereitet wird. Man muss sich nur trauen, denn besonders einladend sehen die kleinen Tavernen oft nicht aus. Plastikstühle, Arbeiter beim Café oder Bier und ein laufender Fernseher sind in Portugal durchaus Zeichen für gute Küche. Wenn die Hausfrau in Kittelschürze dann noch das Essen im Kochtopf serviert, ist man garantiert richtig. Ein guter Preisindikator ist der Espresso, der hier Bica genannt wird. In Funchal oft nicht unter 1,50 € zu bekommen, gibt es ihn auf dem Dorf für 50 ct.

Besonders lecker sind die einfachsten Fischgerichte –Sardinen oder Heringe in der Pfanne gebraten, meist serviert mit gekochten Kartoffeln oder Pommes Frites. Besonders lecker waren sie in der Muralhas Bar am Hafen in Canical. Berühmt ist Madeira für den Espada, den schwarzen Degenfisch. Ein Tiefseefisch, der grimmig aussieht, aber ganz mild schmeckt. Meist wird er mit Banane oder Maracuja serviert, ein kulinarisches Abenteuer, das Spaß macht. In den glasklaren Bächen in den Bergen werden Forellen gezüchtet, die man auf den Speisekarten findet, ebenso wie die Napfschnecken, die von den Felsen im Meer gepult werden.

Vorneweg gibt’s fast immer Knoblauchbrot, traditionell aus Süßkartoffelmehl, inzwischen aber meist aus Weizenmehl, aber immer lecker. Unbedingt probieren: die Poncha, ein Drink, der aus Aguardente de Cana, dem einheimischen Zuckerrohrschnaps, Honig und Orangensaft gemischt wird und ohne Eis serviert wird. Hier das Poncha Rezept, welches ich dem Blog von Petra und Oliver entnommen habe – vielen Dank an euch für die vielen guten Tipps!

Der allerbeste Tipp von allen war das O Lagar Restraurant in Estreito de Camera do Lobos. Nie im Leben wären wir dort hineingegangen ohne euer Lob. Es sieht aus wie die Touristenfalle schlechthin, hat über 1000 Sitzplätze und wir waren die einzigen Gäste. Doch der Kellner öffnete freundlich die Tür und wir bekamen das bestgewürzte und zarteste Rindfleisch ever. Die Espetada, den Grillspieß bekommt man überall auf Madeira, aber ob er wohl soooo zart ist, wie dort?

Wenn man eine Woche Zeit hat und drei oder vier Tage ein Auto mietet, bleiben noch zwei, drei Tage für Funchal. Besonders schön finde ich die Rua de Carreira, die Markthalle und den Botanischen Garten in Monte. Wer auf der Suche nach Mitbringseln ist, wird vielleicht den kramigen Universal Store in einer alten Kirche entdecken. Wenn ihr glaubt, es gibt dort nichts als Kitsch zu entdecken, geht mal in den Keller – dort lagern hunderte Flaschen alter Madeira Weine, manche 200 Jahre alt und bis 800 Euro teuer – ein Erlebnis der besonderen Art.

Was es auf Madeira noch alles zu entdecken gibt, findet ihr hier: www.madeira-tipps.de

 

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